Die Vorweihnachtszeit ist für viele die besinnlichste Zeit des ganzen Jahres. Man lässt die letzten Monate Revue passieren und kommt gedanklich ein wenig zur Ruhe. Auch die vielen Weihnachtsmärkte sind aus den Köpfen der Menschen nicht mehr wegzudenken. Doch wie barrierefrei sind solche Märkte für Menschen mit Beeinträchtigungen wirklich?
Diese Frage hat sich das Marketing – Team aus Osterode gestellt und ist mit einigen Beschäftigten, die die unterschiedlichsten Beeinträchtigungen haben, in die Innenstadt gefahren. Ob im Rollstuhl, am Rollator, mit Blindenstock oder einer geistigen Beeinträchtigung. Gemeinsam mit einer Journalistin vom Harz Kurier haben sie den Osteroder Weihnachtsmarkt unsicher gemacht und mögliche Barrieren aufgedeckt.
Jennifer Piontek meint z.B. „Aus meiner Sicht, als blinde Person, ist der Osteroder Weihnachtsmarkt gut angeordnet und mit einer Begleitperson gut zu überqueren. Dennoch ist das Bodenpflaster sehr uneben, was es erschwert mit einem Blindenlangstock problemlos über dieses Pflaster zu gleiten. Aber im Großen und Ganzen ist der Weihnachtsmarkt sehr schön.“
Natascha Morick ist da ganz ähnlicher Meinung: „Weihnachten ist schon seit ich denken kann, mein absolutes Lieblingsfest, deshalb gehören die Weihnachtsmärkte traditionell einfach dazu und ich versuche jedes Jahr mindestens einen zu besuchen. Oft ist das mit meinem Rollator aber sehr schwer und alleine könnte ich es auch hier in Osterode nicht bewerkstelligen.
Die Rampen, die vor Ort bereits vorhanden sind, sind leider sehr steil. Diese hochzukommen ist ohne Hilfe vielleicht noch möglich, aber runter definitiv nicht. Auch durch den schon unebenen Boden würde das sehr gefährlich werden. Eine Begleitperson ist also unabdingbar. Den Betreibern ist zugute zu halten, dass sie sich um das Thema Barrierefreiheit wohl schon mehr Gedanken machen als früher noch, was sehr lobenswert ist. Dennoch gibt es nach wie vor Verbesserungsbedarf.“
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