Das Familienunternehmen „Katlenburger“, seit genau 100 Jahren Fruchtweinhersteller in Katlenburg, steht neben der Offenheit für Neues durchaus auch dafür, Dinge durch- und an Traditionen festzuhalten. So war auch die Devise beim Start mit Harz-Weser: Das müssen jetzt alle mittragen! „Vorbehalte gab es eigentlich nur, weil Kollegen die Erfahrung fehlte“, sagt Hardeweg. „Schon nach wenigen Wochen hatten sich die Bedenken zerschlagen.“
So wurde die Sonderschicht für die Harz-Weser-Werke bereits vor einigen Jahren Wirklichkeit. Der Betrieb mit insgesamt rund 120 Mitarbeitenden läuft eigentlich im Zwei-Schicht-System, wegen der auf dem Land fehlenden öffentlichen Verkehrsmittel gibt es aber eine Sonderregelung für die Harz-Weser-Mitarbeiter von 7.45 bis 15.15 Uhr. Zunächst gab es eine eigene Arbeitsgruppe mit eigenem Anleiter der HWW, aber nach kurzer Zeit lief es mit eingespieltem Team bereits so gut, dass keine dauerhafte Begleitung der Beschäftigten nötig war. Seit anderthalb Jahren betreut Jens Elligsen, Jobcoach für den Bereich Osterode und Northeim, den Betrieb und die Beschäftigten und besucht den Betrieb je nach Bedarf ein- bis zweimal wöchentlich, um zu beraten oder auch mal ganz praktisch zu unterstützen. Gelegentlich gibt es zusätzliche Arbeit von Katlenburger direkt in der Werkstatt Northeim, wie das Sortieren von Aktionsetiketten oder ein zusätzliches Labeling für bestimmte Produkte.
Die fünf Mitarbeiter der „Sonderschicht“ fühlen sich jedenfalls als Teil der Katlenburger-Belegschaft. Kontakt zu den Harz-Weser-Werken gibt es fast nur noch über alte Freunde und den Jobcoach. Wichtiger ist ihnen das Gemeinschaftsgefühl und das gute Arbeitsklima vor Ort. Selbst bei Problemen gibt es einen engen Zusammenhalt. Auch der Arbeitgeber trägt seinen Teil dazu bei. Selbstverständlich waren die Harz-Weser-Kollegen Teil der fulminanten 100-Jahr-Feier und freuten sich über eine spektakuläre Mitarbeiterparty. Auch Katlenburger-Arbeitskleidung wurde gestellt. Doch welche Aufgaben hat eigentlich die Gruppe?
Grundsätzlich sind die fünf Beschäftigten im Alter von Mitte zwanzig bis sechzig Jahren in der Displayverpackung eingesetzt. Sie packen Aktionsware auf Paletten nach genauen Packplänen, teilweise mit 10 verschiedenen Produkten auf einem Display. Auch der Umgang mit Hubwagen – in einem Fall sogar mit dem Gabelstapler – gehört zum Alltag. Colin Markowski und Tobias Klarenbeek helfen zusätzlich in der Abfüllung aus, wenn es nötig ist. Weitere Arbeiten bestehen in der Qualitätskontrolle für den Export, wo besonders hohe Anforderungen der Kunden an jede einzelne Verpackung bestehen. Ansprechpartner vor Ort sind die Schichtführer, es wird kein Unterschied zu anderen Beschäftigungsformen gemacht. Je nach Saison und Arbeitsvolumen setzt Katlenburger auch eigene Mitarbeiter und Zeitarbeiter beim Displaypacken ein. Melvin Sänger schätzt besonders die Abwechslung in seinem Job, während Tobias Klarenbeek vor allem die „gute Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort“ betont. Frank Thies und Neuzugang Kerstin Jezek, die sogar aus Bad Grund zur Arbeit kommt, ergänzen das Team. So unterschiedlich die fünf Beschäftigten, ihre privaten Hintergründe und Erfahrungen sind, die Freude an der Arbeit bei Katlenburger haben sie gemeinsam.



