Das Konzept des Heimes, mit zwei Küchen vor Ort die vier Bewohnergruppen zu versorgen, bietet genug Aufgaben für die beiden in der Hauswirtschaft. Die Spülmaschine ein- und ausräumen, Tische abräumen und sauber halten, den Köchinnen bei der Zubereitung der Speisen helfen und natürlich Abwaschen sind die täglichen Aufgaben von Daniel und Joenna. Auch die Bewohner helfen mit, z.B. beim Kartoffelschälen, damit die zwei verschiedenen Menüs passend auf dem Tisch stehen.
Joenna war bereits vor ihrem Start bei Mundus im Jahr 2017 in anderen Beschäftigungsformen unterwegs. Neben der Reinigungsgruppe der Werkstatt Northeim lernte sie auch die Küche eines anderen Altenheims kennen, aber bei Mundus stimmt nicht nur die Arbeit, sondern auch das Zwischenmenschliche: „Ich komme jeden Tag gerne hier her“, sagt sie, und möchte auch „gar nicht wieder weg“.
Fabienne Ahlborn fällt jedoch noch etwas Besonderes auf: Joenna und Daniel haben eine besonders gute Art, mit den Bewohnern umzugehen. Sie haben viel Verständnis für außergewöhnliche Verhaltensweisen und nehmen diese meist einfach mit Humor – hier bringen sie die Erfahrung aus der Werkstatt ganz selbstverständlich mit ein. Tuschefarbe in der Küchenspüle? Katastrophen wie diese lösen die beiden ganz alleine. Hauswirtschaftsleiterin Sabine Ahlborn sagt: „Die Bewohner haben zu Daniel und Joenna eine ganz besondere Verbindung. Oft sprechen sie bei ihnen lieber Dinge an als bei uns Mitarbeitern.“
Mit dem pädagogischen Know-How der Mundus-Mitarbeiter ist auch eine stetige Weiterentwicklung einfach: So werden neue Arbeitsinhalte ausprobiert, Fortbildungen zu erster Hilfe, Arbeitssicherheitsthemen und Hygiene besucht und vor allem wird Joenna und Daniel viel zugetraut. Das schafft Selbstbewusstsein und Zufriedenheit.
Besonders gerne übernehmen die beiden daher den wöchentlichen „Einkaufsdienst“ für die Bewohner. Dazu gehört die Abfrage der Bewohnerwünsche und dann der gemeinsame Einkauf im Netto-Markt im Ort. Sehr verantwortungsbewusst wird jeder einzelne Bewohnereinkauf abgerechnet, so dass es im Markt manchmal sogar eine extra Kasse für die beiden gibt. „ Die beiden sind überall bekannt in der Gemeinde“, lacht Fabienne Ahlborn.
Außerdem haben Joenna und Daniel sich um eine Praktikantin aus den Harz-Weser-Werken gekümmert und ihr Mut gemacht, es ebenfalls auf dem ersten Arbeitsmarkt zu versuchen. Sie übernimmt nun eine Aufgabe in einem Altenheim in Northeim.
Jobcoach Fabian Klever wird also für die täglichen Routineaufgaben eher weniger gebraucht. Er bespricht mit Joenna und Daniel ihre Urlaubsplanung, andere Termine und manchmal Privates, besorgt Arbeitsbekleidung und sorgt für einen kleinen „Restkontakt“ zur Werkstatt, auch wenn die beiden ganz klar „Team Mundus“ sind. Ihre Kollegen im Heim haben sich auch dafür eingesetzt, dass Joenna und Daniel unentgeltlich beim Mittagessen teilnehmen können und ihnen die passenden Arbeitsschürzen geschenkt: „Es kann losgehen – Joenna ist da!“ steht drauf, und „Keine Panik – Daniel ist schon da“ – wie passend!



