Tagesstruktur

Tagesstätte Osterode feiert 10-jähriges Bestehen

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Das Haus der TagesstättePünktlich zum 10-jährigen Bestehen der Tagesstätte Die Oase in Osterode ist der neue Ergotherapie- und Kreativbereich im Erdgeschoss des Hauses Waagestraße 15 fertig geworden.
Wo ehemals ein Lokal und später ein Internet-Cafe Platz hatten, arbeiten jetzt bis zu 15 Menschen mit einer seelischen Behinderung. Der Umzug aus dem kleinen Arbeitsraum aus dem 2. Stock in die neuen, großen, hellen und freundlich gestalteten Räumlichkeiten ist eine große Erleichterung für die therapeutische Arbeit mit den Teilnehmer/innen.
Sehr wichtig für die Teilnehmer/innen ist es, genügend Raum zum Arbeiten zu haben, da es für viele oft erst mal darum geht, sich Raum zu schaffen, sich kreativ ausleben zu dürfen und zu arbeiten. Auch arbeitstherapeutische Gesichtspunkte sowie das lebenspraktische Training spielen eine große Rolle. Es geht z.B. darum Bügeln zu lernen, ausrangierte Stühle werden durch Bemalen zu neuen Kunstobjekten, oder es wird mit Speckstein gearbeitet. Dabei werden unter anderem Ausdauer, Konzentration und Feinmotorik geübt. Viele verschiedene Materialien und Möglichkeiten werden alltagsorientiert therapeutisch eingesetzt und genutzt, um die psychische Stabilität der Teilnehmer/innen zu stärken und die Kompetenzen gemeinsam herauszufinden und positiv zu unterstützen.
„Die Oase“ in Osterode, eine Tagesstätte für Menschen mit seelischer Behinderung, ist eine Einrichtung der Harz-Weser-Werkstätten. Wer hierher kommt, erhält von einem multiprofessionellen Team Hilfe im lebenspraktischen Bereich, um wieder in einen möglichst geregelten Tagesablauf zu kommen. Viele Teilnehmer/innen haben eine jahrelange psychiatrische Behandlung hinter sich und sind oft zunächst nicht in der Lage, ihr Leben selbständig wieder in die Hand zu nehmen. Für viele ist es schwer, jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit aufzustehen und regelmäßig in die Tagesstätte zu kommen. Sie haben Konzentrationsstörungen und sind auf Grund der Medikamente müde und antriebslos. So ist es schon ein großer Erfolg, wenn jemand jeden Tag von 9 – 15 Uhr in die Tagesstätte kommt.
Darüber hinaus ist ein Ziel der Tagesstätte, die Teilnehmer/innen so zu motivieren, dass sie regelmäßig an vielfältigen Angeboten teilnehmen, die vom lebenspraktischen Training über Sport und kreatives Arbeiten bis zum Praktikum in der Werkstatt für behinderte Menschen reichen. Jeden Tag besprechen die Teilnehmer/innen die verschiedenen Aufgaben und Arbeiten gemeinsam besprochen und verteilen sie auf alle. Es ist wichtig, dass jeder für eine Tätigkeit am Tag Verantwortung übernimmt und an den speziellen Angeboten teilnimmt und mitarbeitet, z.B. den Postdienst übernimmt und einkauft. Das geht nicht immer von selbst. „Jeden Tag leisten wir Motivationsarbeit!“ sagt Sozialpädagogin Karin Agsten. „Wir machen dem Einzelnen deutlich, dass schon eine kleine Arbeit wichtig ist und dass es das Selbstwertgefühl stärkt, wenn man sie schafft.“
Das regelmäßige Zubereiten von Mahlzeiten nimmt einen großen Teil der Arbeit ein und ist für viele Teilnehmer/innen sehr wichtig; auch das gemeinsame Mittagessen, da viele alleine leben. Das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, ist von großer Bedeutung, doch an oberster Stelle steht die Stärkung des Selbstwertgefühls. Für viele ist es auch sehr wichtig, wieder mit anderen Menschen zusammen zu kommen. Hier schließen sie Kontakte, müssen Streitigkeiten in der Gruppe aushalten und austragen. Darüber hinaus finden sie im Team der Tagesstätte Ansprechpartner, die ihnen bei ihren täglichen Problemen zur Seite stehen und sie stärken. „Wir möchten unsere TeilnehmerInnen so stabilisieren, dass sie nicht oder seltener wieder in die psychiatrische Klinik müssen!“ Sozialpädagoge Arne Schrader, Leiter der Tagesstätte, hat die Erfahrung gemacht, dass nur wenige das Ziel erreichen, in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten. „Aber wenn jeder hier seinen Alltag einigermaßen gut bewältigen kann, dann haben wir viel geschafft!“
Viel Wert legt das Team darauf, mit anderen Institutionen und Betreuer/innen zusammen zu arbeiten. Die Arbeit in der Tagesstätte erfordert ständigen Austausch, Flexibilität, Fortbildung und Supervision.
Die Oase ist ein geschützter Ort für Menschen mit Behinderung, in dem sie üben können, Schwierigkeiten zu bewältigen und ihre Fähigkeiten zu stärken. Wichtige Voraussetzung für das Team ist eine offene und fröhliche Atmosphäre. „Mit Humor geht vieles leichter“; sagt Ergotherapeutin Dorothea Heering. „Es tut gut, über sich und mit anderen lachen zu können.“